Wissenswertes, Inspirierendes und Persönliches aus der Welt der Edelsteine und Diamanten - exklusiv für Sie zusammengestellt.

09.07.2014

Heidi Klum, Jennifer Lopez und Kelly Clarkson bekamen sie zur Verlobung, Jane Fonda und Kate Winslet trugen sie anlässlich der Oscars – die Rede ist von farbigen Diamanten, die auch als „fancy diamonds“ bekannt sind. Schon längst zählen sie aber nicht nur zu den Lieblingen der Stars, sondern erweisen sich auch als gefragte Investments. Denn die funkelnden Schönheiten sind vor allem eines: rar. Auch aus diesem Grund erzielen besonders wertvolle farbige Diamanten im Rahmen von Auktionen regelmäßig Rekordpreise, worüber stets in den Medien berichtet wird. Kein Zweifel also: Farbige Diamanten üben eine besondere Faszination aus. Aber warum sind sie eigentlich so teuer? Woran erkennt man einen wertvollen Stein? Fragen über Fragen, die sich viele Außenstehende stellen – und von denen  wir an dieser Stelle einige der wichtigsten beantworten.

1. In welchen Farben kommen Fancy Diamonds vor? 

Farbige Diamanten existieren in nahezu allen Farben des Regenbogens. Das heißt konkret: von Gelb über Orange, Rot, Pink, Violett, Blau, Grün bis hin zu Braun. Auch dazwischen existieren bestimmte Nuancen, also zum Beispiel Gelb mit einem Stich Grün, Orange mit Braun-Tönen und so weiter. 

2. Was macht einen Fancy Diamond eigentlich wertvoll?

Ebenso wie bei weißen bis farblosen Diamanten zählen auch bei den farbigen „Kollegen“ Größe, Schliff und mitunter Reinheit.  Allerdings kommt es bei farbigen Diamanten vorrangig auf die Farbintensität an. Das renommierte und international anerkannte GIA (Gemological Institut of America) gibt hier eine Graduierungs-Skala vor, die von „faint“ (schwach) über „fancy“ bis zu „fancy vivid“ reicht. Letztere, also die besonders „lebhaft“ strahlenden und farbintensivsten Diamanten, sind zugleich die kostbarsten. Daneben spielt auch die „Reinheit“ der Farbe eine Rolle. Ein durchgehend kanariengelber Diamant ist somit wertvoller als ein gelber Diamant mit einem Hauch Grün.


3. Sind farbige Diamanten wirklich so rar?

Ja, denn farbige Diamanten erster Güte kommen in der Natur wesentlich seltener als lupenreine farblose Diamanten (D-IF) vor. Auf 10.000 geförderte weiße Schmuckdiamanten kommt beispielsweise lediglich ein gelber Diamant in hervorragender Qualität. Der auf Investment-Diamanten spezialisierte Anlageberater „Guildhall Diamonds“ bringt es wie folgt auf den Punkt: 

“Investment-grade color diamonds are the ultimate in rarity. While no official data is available, mining experts estimate to find a one-carat vivid, internally flawless color diamond would literally be one in a million.”

Darüber hinaus nimmt das Angebot an farbigen Diamanten schon jetzt rapide ab. Die Argyle-Mine in Australien etwa, die circa 90% aller rosa bis pinken Diamanten fördert, wird laut dem Minenbetreiber bis 2020 erschöpft sein. Ein weiterer Fundort ist bislang nicht bekannt. 

4. Und wie erklären sich die hohen Preise?

Geradezu schwindelerregende Preise bei international beachteten Auktionen (eine Auswahl finden Sie hier) erklären sich durch steigende Nachfrage, die auf ein denkbar schmales Angebot trifft. Kurz: viele Interessenten buhlen um äußerst wenige Diamanten. Dabei kommen die potentiellen Käufer nicht nur aus der Schmuckbranche. Auch Privatpersonen interessieren sich für fancy diamonds als Wertanlage – wobei die Zahl der Investoren aus Indien und China, also Ländern mit einer nun aufstrebenden Mittel- und Oberschicht, ebenfalls anwächst. Das Diamanten-Fachmagazin „Rapaport Diamond Report“ nennt für diese Entwicklung einen einleuchtenden Grund:

"But for now, consumers are looking for something unusual and exciting, with real value, at a time when low interest rates continue to drive the wealthy to invest in collectible, connoisseur items."

Die Vergangenheit gibt den Investoren übrigens Recht. Während Immobilien, Aktien, Anleihen und selbst Goldbarren immer wieder durch Rezessionen, Crashs und Krisen (zuletzt 2007/08) an Wert verlieren können, verzeichnen Fancy Diamonds seit Jahrzehnten keinen Preiseinbruch. Die bei Auktionen erzielten Preise kannten bislang nur eine Richtung: aufwärts.

5. Wie sieht die Preisentwicklung denn konkret aus?

Diesbezüglich gibt es nur wenige Statistiken - eben deshalb, weil farbige Diamanten im Gegensatz zu weißen eine größere Vielfalt aufweisen. Bei weißen Diamanten ist es möglich, die Preisentwicklung nach Größe, Reinheit, Schliff und Farbe zu erfassen. Wollte man dagegen die Wertentwicklung farbiger Diamanten in allen Größen, Schliffarten, Farben und vor allem Farb-Sättigungsgraden verfolgen, so wäre dies ein Ding der Unmöglichkeit. Jedoch schätzt beispielsweise der renommierte Diamanten Experte Eden Rachminow die Entwicklung wie folgt ein:

„While there is no formal price list for colored goods, Rachminov estimates that prices for pink diamonds are up about 30 percent from a year ago, while fancy intense vivid yellow goods are up around 35 percent, with lower-quality yellow diamonds up approximately 10 percent. Prices of fancy blue diamonds have increased by about 35 percent in the past two years, he added.” (Stand: Oktober 2013)

6. Lohnt sich auch ein kleinerer Diamant als Wertanlage?

Wenn es sich um einen Stein handelt, der vor allem bezüglich Farbe und Farbintensität erster Güte ist: auf jeden Fall! Dass es nicht immer auf eine stattliche Größe - also 20 Karat aufwärts - ankommt, beweist eine besonders aufsehenerregende Auktion, die im Herbst 2013 in Australien stattfand. Hier gingen zwei vergleichsweise „kleine“ pinke Diamanten (je 1,56 Karat und 2,51 Karat) aus der Argyle Mine für jeweils mehr als 2 Millionen US-Dollar in den Besitz der Höchstbietenden über.

Allerdings sind auch Investements unterhalb siebenstelliger Summen möglich. "Guildhall Diamonds" rechnet beispielsweise die Wertentwicklung eines gelben Diamanten (1,75 Karat, lebhaft, lupenrein) vor und kommt dabei auf beeindruckende Zahlen: Lag der Kaufpreis noch bei 74.500 US-Dollar, so konnte der Gegenwert des Steins nur drei Jahre später schon auf 175.000 US-Dollar zertifiziert werden.



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