Wissenswertes, Inspirierendes und Persönliches aus der Welt der Edelsteine und Diamanten - exklusiv für Sie zusammengestellt.

11.05.2014


 Trends kommen und gehen, kostbare Edelsteine jedoch sind für die Ewigkeit. Das gilt ganz besonders für den Smaragd, der neben dem Saphir und dem Rubin zu den sogenannten Königssteinen zählt. Sein lebhaft grünes Feuer fasziniert die Menschen seit je her, sein Wert übersteigt zuweilen den Preis von Diamanten. Grund genug, den kostbaren Edelstein genauer unter die Lupe zu nehmen – und einige „Facetten“ besonders hervorzuheben.  



1. 6000 Jahre grünes Feuer

Der Smaragd ist ein gern gesehener Gast auf den roten Teppichen dieser Welt. Geschätzt wurde er allerdings schon viel früher, nämlich vor rund 6.000 Jahren. Bereits um 4000 vor Christus soll der Smaragd auf Edelstein Märkten in Babylon aufgetaucht sein. Spätestens zwischen 3000 und 1500 vor Christus wurden die begehrten Edelsteine in Ägypten gefördert, wobei die ägyptischen Minen zum damaligen Zeitpunkt die gesamte antike Welt mit Smaragden versorgten. Kein Wunder also, dass auch Cleopatra sich gerne mit raren Smaragden schmückte. Im Westen wurde der der Smaragd dann als erstes von Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) erwähnt, der vor allem der Oberschicht dazu riet, den Stein zu tragen, da er dem Besitzer mehr Bedeutung und Präsenz verleihe. Diese Ansicht begleitete den Smaragd dann auch auf seiner weiteren Reise – quer durch das antike Rom über die islamische Welt und China bis hin zur Schatzkammer der Romanows und zu den Kronjuwelen der Queen. Denn aufgrund seiner besonderen Schönheit war der Smaragd bis zur Moderne stets den Königen, Kaisern, Herrschern und Wohlhabenden vorbehalten.


2. Die Herkunft der schönsten Smaragde

Zwar handelt es sich bei den ägyptischen um die ältesten, jedoch nicht um die bedeutendsten Minen in der Geschichte der Smaragde. Während dieser einzigartige Edelstein zwar an vielen Orten entdeckt und gefördert wurde – etwa in Simbabwe, Zambia, Australien, Russland und einigen mehr -, bleibt ein bestimmtes Land immer noch Nummer eins: Kolumbien. Im 16. Jahrhundert von den Spaniern entdeckt, avancierten die kolumbianischen Minen schnell zu der Quelle, die die zweifellos schönsten Steine hervorbringt. Auch heute verzeichnen exquisite Smaragde aus Kolumbien Preise in Rekordhöhe, da ihr Feuer im Vergleich zu Smaragden anderer Herkunftsländer schlichtweg nicht zu übertreffen ist. Dabei gehören besonders die aus dem kolumbianischen Muzo Minengebiet stammenden Smaragde zu den schönsten und teuersten. Daneben zählt auch Brasilien zu einem bedeutenden Förderland – den kolumbianischen Steinen können die brasilianischen jedoch nicht das Wasser reichen.

3. Was macht einen Smaragd wertvoll?

Anders als bei Diamanten kommt es bei Smaragden nicht vorrangig auf die Reinheit an. Der Wert eines Smaragds bemisst sich dagegen an anderen Faktoren, wobei besonders Farbe und Leuchtkraft entscheidend sind. Kolumbianische Smaragde etwa sind dafür bekannt, dass sie auch ohne Belichtung im Dunklen leuchten. Derartige Smaragde erzielen regelmäßig extrem hohe Preise - besonders, wenn sie daneben einen begehrten und gleichmäßig verlaufenden Grünton aufweisen. Eher hellgrüne Smaragde sind an der unteren Preisskala anzusiedeln, Mittel- bis Grasgrün-Töne erweisen sich dagegen als wertvoller. Am kostbarsten sind allerdings Smaragde in kräftig tannengrün leuchtender Farbe. Wenn sie neben der Leuchtkraft und der Farbe noch eine entsprechende Größe und gute Transparenz aufweisen, also nicht von den smaragd-typischen Einschlüssen und Fissuren dominiert werden, kann ihr Karatpreis den feinster Diamanten locker übersteigen.


4. Jeder Smaragd ist ein Unikat

Einschlüsse gehören genauso zum Smaragd wie sein unverwechselbares Grün. Das Gesamtbild aus Einschlüssen und Fissuren wird daher auch „Jardin“ (französisch: Garten) bezeichnet, wobei jeder Smaragd seinen eigenen „Jardin“ hat und somit ein Unikat ist. Generell gilt natürlich: je weniger ausgeprägt der Garten ist, desto wertvoller ist auch der Stein. Vorsicht jedoch bei „lupenreinen“ Smaragden: Hier handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Fälschungen, denn im Gegensatz zu Brillanten gibt es schlichtweg keine Smaragde ohne Einschlüsse.

5. Ein funkelnder Nebeneffekt: Der Smaragd-Schliff

Da Smaragde im Vergleich zu anderen Edelsteinen in der Regel mehr Einschlüsse aufweisen, ist der kostbare Stein auch entsprechend spröde. Ihn zu schleifen erfordert fachmännisches Wissen und viel Erfahrung. Um auf dieses Charakteristikum des Smaragds zu reagieren, hat sich im Laufe der Zeit der Smaragdschliff entwickelt. Hier werden die Steine zunächst eckig (quadratisch oder rechteckig) geschliffen, die Kanten jedoch treppenartig abgestuft, um den Stein zu schützen. Auch die vier Ecken werden aus diesem Grund schräg abgestuft geschliffen. Es handelt sich somit nicht mehr um einen Rechteck-, sondern einen Achteck-Schliff. Mittlerweile taucht der Smaragdschliff aufgrund seines eleganten Erscheinungsbilds nicht nur bei Smaragden, sondern auch bei Diamanten und anderen Edelsteinen auf. Seinen Namen verdankt er jedoch eindeutig dem Smaragd.






Bilder - von oben nach unten:
Nobelklasse Smaragd Ring, begehrtes Tannengrün, Einzelanfertigung auf Kundenwunsch

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